| |
 |
 |
 |
|
|
 |
| |
Hypnose - FAQ
Hier finden Sie Antworten zu Fragen rund um die klinische Hypnose bzw. Hypnotherapie.
Von Dr. Maren Franz, Hypnotherapeutin in Hamburg.
Für die Erstellung dieser Seite habe ich neben meinen Ausbildungsskripten Angaben aus
folgenden Quellen verwendet: Brockhaus, Wikipedia, Internetseiten der Milton-Erickson-Gesellschaft
und der Deutschen Gesellschaft für Hypnose.
Überblick
Was ist Hypnose?
Wer hat Hypnose erfunden?
Was zeichnet Hypnose nach Milton Erickson aus?
Wie läuft eine Hypnose-Sitzung ab?
Was sind die körperlichen Reaktionen auf Trance?
Kann jeder hypnotisiert werden?
Kann ich in Hypnose gegen meinen Willen manipuliert werden?
Wer darf Hypnose ausüben?
Wobei hilft Hypnose?
Gibt es Beweise, für die Wirksamkeit der Hypnose?
Informationen über meine Aus- und Weiterbildungen in Hypnose
Wobei ich Ihnen mit Hypnose helfen kann
Was ist Hypnose?
Hypnose ist eines der ältesten Verfahren in Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie. Als Hypnose wird ein
Verfahren zum Erreichen einer hypnotischen Trance bezeichnet, welche durch vorübergehend geänderte
Aufmerksamkeit und meist tiefe Entspannung gekennzeichnet ist.
Unter Trance verstehen wir eine besondere Art fokussierter Aufmerksamkeit, die jeder auf die eine oder andere
Art und Weise aus dem Alltag kennt. Einige kennen diesen Zustand, wenn sie ein spannendes Buch lesen oder einen
Film verfolgen und für andere nicht mehr gleich ansprechbar sind. Andere hören ein Konzert und vergessen die
Zeit. Die Wahrnehmung ist hierbei eingeengt und die Konzentration des Bewusstseins auf eine bestimmte Sache
gerichtet (das Buch, der Film oder aber die Worte des Hypnotiseurs).
Es gibt ein großes Spektrum von Trancetiefe: von leicht entspannt bis zur völligen Amnesie. In der Therapie
sind leichte bis mittlere Trancetiefen üblich, bei denen der Patient mitbekommt, was passiert.
In diesem Zustand sind sowohl die Ansprechbarkeit des Unterbewusstseins stark erhöht. Hypnose findet in der
Hypnotherapie bzw. klinischen Hypnose Anwendung und gehört zu den wenigen Methoden in der Psychotherapie,
deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist und als effektiv akzeptiert wird. Hypnotherapie wird sowohl
als eigenständige Methode als auch zur Unterstützung anderer Therapieverfahren verwendet.
Wer hat Hypnose erfunden?
Hypnose wurde wahrscheinlich schon in der Frühzeit des Menschen verwendet. Es ist davon auszugehen, dass
Hypnose eher zufällig "erfunden" wurde und seinen Ursprung in meditativen und kultischen Handlungen religiösen
und schamanistischen Hintergrundes haben dürfte. Wissenschaftlich wurde die Hypnose um 1770 von Franz Anton
Mesmer (1734-1815) wiederentdeckt. Im 19. Jahrhundert war Frankreich führend in der Erforschung der Hypnose.
Auch Sigmund Freud wurde im 19 Jh. in Paris darauf aufmerksam. Später ließ er diese Methode jedoch wieder fallen
und widmete sich seiner Technik der freien Assoziation. Wesentlich weiterentwickelt wurde die Hypnose im 20.
Jahrhundert im deutschen Sprachgebiet zunächst durch Oskar Vogt (1870-1959), dann durch dessen Schüler Johannes
Heinrich Schultz, der daraus das autogene Training entwickelte. In den USA wurde die Hypnose durch den
Psychiater und Psychotherapeuten Milton H. Erickson wesentlich weiter entwickelt.
Erickson begründete eine neue Form der Hypnotherapie, die heute als die modernste Form der Hypnose gilt und aus
der sich weitere psychologische Methoden wie z.B. das NLP entwickelten.
Was zeichnet Hypnose nach Milton Erickson aus?
Erickson betonte die Individualität jedes einzelnen Klienten/Patienten und die daraus folgende Notwendigkeit,
für jeden Klienten den passenden Ansatz und Zugang zu finden. Dieser Ansatz stand im Kontrast zu den
standardisierten und autoritären Methoden, die bis in die 50er und 60er Jahre vorherrschend waren.
Anders als bei Freud ist für Erickson das Unbewußte eine unerschöpfliche Ressource zur kreativen Selbstheilung.
Das Unbewußte ist der Hort der lebenslangen Erfahrungen eines Menschen, der normalerweise kaum genutzt wird.
Ericksons Ansatz hat zum Ziel, die durch starre Schemata und Denkmuster begrenzte Fähigkeit des Bewußtseins zu
erweitern, indem der Hypnotiseur durch spezielle verbale und non-verbale Techniken es dem Unbewußten erlaubt,
freier zu funktionieren. Gleichzeitig wird es dem Bewußtsein ermöglicht, die unbewußten Selbstheilungskräfte
und kreativen Ressourcen zu akzeptieren und zu integrieren.
Erickson wollte auch nicht einen möglichst passiven Patienten "umprogrammieren". Sein Ziel war es, dem Patienten
im hypnotischen Trancezustand dessen Begabungen vor Augen zu führen. Die Trance erleichterte den Zugang zu
unbewußten Fähigkeiten, die sonst durch die Logik des Denkens und den Intellekt überdeckt werden.
Wie läuft eine Hypnose-Sitzung ab?
Jede Sitzung läuft individuell ab! Die Therapie beginnt mit einem Vorgespräch, in dem die Hypnotherapeutin ihr
Vorgehen erklärt und das Problem des Patienten analysiert. Dann folgt die Hypnose. Hier lassen sich drei
Hauptphasen unterscheiden: Einleitung einer Trance (Entspannung, fokussierte Aufmerksamkeit), Arbeit in
Trance, Beendigung der Trance. Für jede der Phasen gibt es verschiedene Vorgehensweisen.
Während die Hypnose eingeleitet wird, kann der Patient - je nach Wunsch - liegen oder sitzen. In der
Hypnose nach Erickson spielen Pendel und ähnliche Hilfsmittel keine Rolle. Üblicherweise wird Entspannung
suggeriert. Trance stellt sich während der Gespräche häufig - durch die veränderte Stimme des Therapeuten -
auch spontan ein.
Die eigentliche Hypnosearbeit nutzt die Imaginationskraft der Patienten.
Danach (ca. nach einer halben Stunde) holt der Therapeut den Patienten aus der Trance zurück, indem er z.B.
den Patienten auffordert, sich langsam zu strecken und zu räkeln. Nach der Hypnose folgt oft eine
Nachbesprechung, in der der Patient seine Erlebnisse beschreibt.
Was sind die körperlichen Reaktionen auf Trance?
Besonders eine leichte Trance ist kaum vom normalen Wachbewusstsein unterscheidbar; Körper und Geist scheinen
nur sehr entspannt und man bekommt auch alles wie gewohnt mit. In Trance treten gut erforschte physiologische
Veränderungen auf. Dazu zählen die Erniedrigung von Muskelspannung, Herzfrequenz und Blutdruck, eine
regelmäßigere und langsamere Atmung, eine veränderte Aktivierung bestimmter Hirnareale, eine Abnahme des
Stresshormonspiegels, Veränderungen im Blutbild sowie eine geringere Aktivierbarkeit von Reflexen.
Kann jeder hypnotisiert werden?
Gegen seinen Willen kann niemand hypnotisiert werden. Die Hypnose setzt stets eine hohe Empfänglichkeit für
Suggestionen sowie die Bereitschaft voraus, sich darauf einzulassen. Die erreichbare Tiefe der Hypnose hängt
weniger vom Hypnotiseur ab als von der Persönlichkeitsstruktur speziell der Beeinflussbarkeit (Suggestibilität)
des zu Hypnotisierenden.
Etwa 10% der Menschen sind sehr leicht hypnotisierbar. Praktisch nicht hypnotisiert werden können oder dürfen
nur rund 5%.
Nur ca. 20 % aller Menschen können in Tiefenhypnose versetzt werden; die anderen 70% schaffen es bis in eine
mittlere Trancetiefe.
Ob eine Hypnose die gewünschten Erfolge erzielt, ist immer von der inneren Einstellung des Probanden abhängig.
Diese Tatsachen werden häufig mit "Jede Hypnose ist eine Selbsthypnose" zusammengefasst.
Kann ich in Hypnose gegen meinen Willen manipuliert werden?
"Während der Hypnose können bestimmte Aufträge erteilt werden, die der Hypnotisierte auch später noch, im
Wachzustand, unbewusst spontan ausführt, wobei das Ich-Ideal allerdings Grenzen setzt, sodass der Hypnotisierte
beispielsweise keine Verbrechen begeht, wenn er zu deren Begehung nicht auch ohne Hypnose hätte bewogen werden
können." (Brockhaus)
Meine eigene Erfahrung ist, dass ich und andere Menschen nur Suggestionen annehmen, die als passend und
erwünscht erlebt werden. In niedrigen und mittleren Trancestufen - wie sie in der Hypnotherapie üblich sind -
führen unerwünschte Manipulationsversuche i.d.R. zum Abbruch der Trance durch den Patienten bzw. rufen dessen
sofortigen Widerstand hervor.
Wer darf Hypnose ausüben?
Hypnotisieren darf in Deutschland jeder, hierzu gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Die Bezeichnung
"Hypnotherapeut" oder "Hypnosetherapeut" ist nicht geschützt. D.h. im Prinzip kann jeder Hypnose am Markt
anbieten - unabhängig von seiner Qualifikation.
Hypnotherapie ist therapeutisches Arbeiten und gehört daher m.E. nicht in die Hände von Leuten, die nur einen
Crashkurs Hypnose irgendwo mitgemacht haben. Einen qualifizieren Hypnotherapeuten erkennen sie daran, dass
er/sie als Arzt, Psychologe oder Heilpraktiker eine Zulassung zur Ausübung der Psychotherapie hat und eine
umfassende Ausbildung in Hypnose an einem renommierten Institut (z.B. einem Milton-Erickson-Institut)
durchlaufen hat.
Wobei hilft Hypnose?
Heutzutage ist die Hypnose wissenschaftlich und klinisch anerkannt und wird als Ergänzung zu vielen herkömmlichen
Methoden eingesetzt. Bereits wenige Sitzungen können oftmals - aber nicht immer! - deutliche Veränderung bewirken;
entsprechend vielseitig werden die Hypnose und ihre Techniken in der Therapie verwendet. Man kann sie
beispielsweise zur Behandlung von Ängsten (z.B. Prüfungsangst), Phobien, Depressionen, Suchtkrankheiten
(z.B. Rauchen), Gewichtsreduktion, Schmerzen, posttraumatische Störungen, Sprachstörungen, zur Steigerung des
Selbstwertgefühls, zum Stressabbau, Mißbrauch oder bei Schlafstörungen einsetzen. Psychosomatische Störungen
sind ein weiteres Erfolg versprechendes Einsatzgebiet der Hypnose. Bei Unsicherheit, welchen Lebensweg man gehen
soll oder bei Lebenskrisen ist Hypnose ebenfalls hilfreich.
Neben den oben genannten psychotherapeutischen Einssatzbereichen es ein breites Spektrum zur Anwendung der
Hypnose im medizinischen Bereich: Anästhesie und Entspannung bei chirurgischen Eingriffen und bei radiologischen
Untersuchungen, Unterstützung des Heilungsprozesses und der Befindlichkeit nach chirurgischen Eingriffen,
Reduktion von Übelkeit, Erbrechen und anderen Nebenwirkungen bei Chemotherapie, Schmerzen bei Krebserkrankung,
Geburtsvorbereitung und Schmerzen vor und bei der Geburt, Beschleunigung des Heilungsprozesses bei Verbrennungen
und Knochenbrüchen, Behandlung von Warzen, Tinnitus und anderer spezieller Krankheitsbilder und schließlich die
Anwendung von Hypnose beim Zahnarzt. Im Allgemeinen verwendet man hier die Hypnose zur Angstreduktion oder als
Alternative für Patienten, die allergisch auf Narkotika reagieren
Gibt es Beweise, für die Wirksamkeit der Hypnose?
Hypnose gehört zu den wenigen Methoden in der Psychotherapie, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist und
als effektiv akzeptiert wird. Rund 68 Prozent aller Patienten profitieren von der Hypnose als Therapie, ergab
eine aktuelle Meta-Studie von Walter Bongartz von der Universität Konstanz. So erwies sich die Hypnosetherapie
besonders zur Behandlung von Ängsten und Phobien als erfolgreich. Die Erfolgsquote lag hier bei 72 Prozent.
Sehr gut belegt ist die Wirksamkeit von Hypnotherapie bei psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen,
Migräne und anderen chronischen Schmerzen aber auch bei Reizdarm (Colon irritabile), Bluthochdruck, Asthma und
Neurodermitis. Ebenfalls gut belegt sind die Behandlung von Anststörungen wie z.B. Schlangenphobie oder
Prüfungsangst. Das trifft auch zu für Schlafstörungen und nicht-organischen sexuellen Funktionsstörungen. Über
alle Anwendungsbereiche hinweg liegt die Erfolgsquote von Hypnotherapie im Mittel bei rund 70%. Damit ist
Hypnotherapie anderen gebräuchlichen Psychotherapieverfahren mindestens ebenbürtig.
Mehr...
Informationen über meine Aus- und Weiterbildungen in Hypnose
Nach einem zehntägigen Intensivkurs nach den Curriculum eines amerikanischen Ausbildungsinstitutes Ende der
neunziger Jahre, einer NLP-Ausbildung Mitte der neunziger und zahlreichen anderen Weiterbildungen
(siehe mein Profil), habe ich seit Anfang 2000 die komplette
Hypnose-Ausbildung am Milton-Erickson-Institut in Hamburg
durchlaufen, um meine Kenntnisse aufzufrischen und zu vertiefen. Diese Weiterbildung entspricht dem Curriculum
der Milton-Erickson-Gesellschaft (M.E.G.) und besteht aus acht aufeinander aufbauenden Seminaren (Grundkursen),
mindestens vier 4 Aufbaukursen zu speziellen Anwendungsbereichen und 40 Stunden Supervision / Praxisbegleitung.
Die Aus- und Weiterbildung der Milton Erickson Gesellschaft ist eine spezialisierende wissenschaftliche
Zusatzausbildung, vor allem für Diplompsychologen und Ärzte, die in der psychosozialen Versorgung helfend tätig
sind.?Einige Plätze stehen für andere Berufsgruppen (z.B. Psychotherapeutischen Heilpraktikern wie mir) zur
Verfügung, sofern diese psychotherapeutische Praxis vorweisen können.
Ich habe u.a. Aufbaukurse zu folgenden Themen besucht: "Psychosomatik und Schmerz", "Arbeit mit Mißbrauchsopfern",
"Trauer und Verlust", "Hypno-Systemische Familienrekonstruktionen" - in Kürze folgt "Hypnotherapie bei
Depression". Selbstverständlich bilde ich mich laufend weiter und nutze die Supervisionsrunden am
Milton-Erickson-Institut in Hamburg.
Wobei ich Ihnen mit Hypnose helfen kann
In meiner Praxis in Hamburg unterstütze ich Sie bei verschiednen Themen aus den Bereichen Berufs-Coaching,
Gesundheits-Coaching und Begleitung in Übergängen und Krisen. Wenn Sie bei hier nicht genannten Themen
Unterstützung suchen, dann empfehle ich Ihnen ggf. gerne einen Kollegen, der darauf spezialisiert ist.
Mit Hypnose arbeite ich u.a. bei den folgenden Themen:
- Lampenfieber - z.B. bei Präsentationen - überwinden
- Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche
- Hilfe bei Prüfungsangst
- Burnout und Streßabbau
- Selbsthypnose oder Achtsamkeitsmeditation als Alternative zum Autogenen Training
- Psychotherapeutische Unterstützung bei psychosomatischen Problemen, als Ergänzung zur ärztlichen
Behandlung
- In Krisensituationen und Übergängen neue Perspektiven entwickeln
- Nach einer Krankheit oder psychischen Belastungen körperlich und seelisch wieder auf die Beine
kommen
|
|
| |
|