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Burnout
Das Burnout-Syndrom kann jeden treffen
von Dr. Maren Franz
"Wer ausbrennt, muß einmal entflammt gewesen sein"
Zu den Hauptgruppen von Burnout-Betroffenen zählen Helferberufe, Lehrer, Mitarbeiter in der Verwaltung.
Man findet aber auch Anwälte, Polizisten, Manager und Sekretärinnen darunter. Letztlich ist kein
Berufsfeld und keine Person davor gefeit.
"Ausbrennen ist eine Erscheinung, die nach dem Gefühl des Versagens, der Überforderung oder auch als
Gefühl des Ausgepumpt seins auftritt, und zwar als Reaktion auf übergroße Anforderungen an die
Kraftreserven einer Person."
Zunächst wirkt alles meist ganz harmlos: Wer sich eine Woche lang schlapp fühlt, keine Lust hat, zur
Arbeit zu gehen und allgemein lustlos ist, muss zwar noch lange nicht unter dem Burnout-Syndrom leiden -
es kann aber der Anfang sein.
Wie verläuft ein Burnout? Jeder Mensch erlebt Burnout ganz subjektiv!
In der Frühphase tauchen typischerweise die folgenden Symptome auf:
- Sehr starkes Engagement für berufliche Ziele, evtl. manische Züge
- Hyperaktivität (Überdrehtheit) oder emotionales Überengagement
- Freiwillige unbezahlte Mehrarbeit, sehr viele Überstunden
- Gefühl der Unentbehrlichkeit
- Nie Zeit haben für z.B. Sport, Freunde, Familie
- Verleugnung eigener Bedürfnisse (z.B. "Ich komme mit 5 Std. Schlaf aus")
Dies hat zur Folge, dass nach der sehr aktiven Phase der Energielevel rapide nach unten geht und sich
erste Erschöpfungszustände zeigen. In den späteren Burnoutphasen treten dann z.B. die folgenden Symptome
auf:
- Unbestimmte Angst und Nervosität
- Plötzliche Stimmungsschwankungen
- Verringerte emotionale Belastbarkeit, wie z.B. über Kleinigkeiten in Tränen ausbrechen
- Abstumpfung, Gefühl von Abgestorbensein und Leere
- Bitterkeit
- Schwächegefühl
- Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle
- Die Grundstimmung wird nach außen aggressiver
- Schuldzuweisungen an andere oder "das System"
- Kompromißunfähigkeit
- Nörgeleien
- Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
- Entscheidungsunfähigkeit
Zu den Kernsymptomen gehören:
Emotionale Erschöpfung: im Alltag werden keine Höhen und Tiefen mehr erlebt, sondern Gleichgültigkeit
herrscht vor.
Körperliche Erschöpfung: häufig wird die Burnout-Situation so lange ignoriert, bis erste körperliche
Beschwerden auftreten. Dazu gehören psychosomatische Erkrankungen, etwa Herzprobleme, Magen- oder
Darm-Beschwerden, Muskelverspannungen oder Bandscheibenprobleme.
Die Symptome des "Ausbrennens" können anfangs häufig noch eine Zeit lang unterdrückt werden. Doch je
länger der Zustand andauert, desto schwieriger wird es, die Belastung auszugleichen. Unbehandelt kann
Burnout zu schweren Depressionen, körperlichen Erkrankungen oder zur Abhängigkeit von Suchtmitteln führen.
Die Betroffenen sind am Ende häufig überhaupt nicht mehr in der Lage zu arbeiten, werden arbeitslos oder
gehen früh in Rente.
Sich selbst helfen könnten Betroffene bereits dadurch, dass sie ihre Situation erkennen und etwas ändern –
Hilfe im Frühstadium bieten auch VHS-Kurse und Einzelcoaching. Oft stecken betroffene Menschen aber so
tief in der Krise, dass sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten brauchen.
Veröffentlicht in: 1001mal Lernen von Weiterbildung Hamburg e.V.
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